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die Künstlerin

„Verbindung – mit dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren“ 

Jede Arbeit beginnt mit einem Impuls. Manchmal ist es ein Material, manchmal eine Linie, ein Schatten, ein Wort, eine Beobachtung oder der Titel einer angehenden Ausstellung. Mit einer ersten Vorstellung – manchmal ist es auch nur eine Ahnung – trete ich in den Arbeitsprozess ein und lasse bewusst offen, wohin er sich entwickelt. Ich vertraue darauf, dass der Arbeitsprozess mehr weiß als ich. Im Dialog mit Material, Licht, Raum und Sprache verändert sich die Arbeit – und mit ihr auch mein Blick.

Mich beschäftigt die Verflochtenheit unseres Lebens: die Beziehungen zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und den Räumen, die wir bewohnen. Mich interessieren die sichtbaren ebenso wie die verborgenen Zusammenhänge – das, was zwischen den Dingen liegt und oft erst im aufmerksamen Wahrnehmen erfahrbar wird.

Zeichnung, Raumkörper, Installation, Wortobjekt, Gedicht und Performance sind für mich keine voneinander getrennten Medien. Sie entstehen aus demselben Prozess und beeinflussen sich gegenseitig. Die Linie begleitet meine Arbeit dabei immer wieder – als Draht im Raum, als Schatten auf Papier, als Bleistiftspur oder als geschriebenes Wort. Materialien verändern ihre Gestalt, Worte werden zu Körpern, Schatten zu Zeichnungen. Mich interessieren diese Momente der Verwandlung, in denen neue Bedeutungen und Wahrnehmungen entstehen.

Einige meiner Arbeiten laden dazu ein, sie mit dem eigenen Körper zu erfahren. Kunst verstehe ich als einen Erfahrungsraum, in dem Begegnung möglich wird – zwischen Werk und Betrachtenden, zwischen Mensch und Umgebung und auch zu sich selbst.

Meine Arbeiten sind Einladungen, den Blick zu verlangsamen und sich auf das einzulassen, was sich nicht sofort erschließt. Sie eröffnen Räume für Wahrnehmung und machen die Verwobenheit auf sinnliche Weise erfahrbar.

Gedicht-Performances

Die Worte, die ich spreche, mein Körper, den ich dabei bewege, die Stille, die ich zulasse, und dazu der Blickkontakt zu den Zuschauer*innen – all das ist für mich immer wieder ein aufregender und intensiver Moment. Hier unterstützt mich das achtsame Wahrnehmen meines Körpers.

Bei einigen meiner Gedicht-Performances werde ich von Musiker*innen begleitet. Hier findet ein Wechselspiel zwischen uns statt, eine Ergänzung und Erweiterung – ein Verflochtensein von: Klang, Wort, Stille, Bewegung.