„Ego-Fall-Leben“
2026
Fotos: Jessica Kulp
aufgenommen während der Eröffnung 80 Jahre BBK Lüneburg / künstlerische Positionen im Dialog in der Kulturbäckerei Lüneburg
Die Arbeit entstand im Dialog mit der Holzskulptur Ikarus von Erich Brüggemann (hier im Bild hängend zu sehen).
Eine textile Bodenarbeit lädt Besucher*innen dazu ein, sich hinzulegen und meiner Stimme im Loop laufenden Gedicht Ego – Fall – Leben zu lauschen.
Ausgangspunkt ist der Mythos des Ikarus. Mich interessiert das menschliche Streben – der Wunsch, immer höher, weiter oder mehr zu wollen. Irgendwann folgt der Fall. Nicht als Ende, sondern als Moment des Scheiterns, der den Blick verändert.
Erst im Fall entsteht Raum für eine andere Wahrnehmung. Das Gedicht führt zu dem Bewusstwerden, nur ein Mensch zu sein. Worte wie „die Fülle meiner leeren Hände“, „die tiefe Ruhe meiner stillen Gedanken“ oder „die unendliche Weite meines weichen Bauches“ lenken die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper und auf das, was im Alltag oft übersehen wird.
So verbindet die Installation Sprache, Körper und Raum. Sie lädt dazu ein, für einen Moment innezuhalten und dem eigenen Menschsein achtsam zu begegnen.
„Die Welt der Symphkartoffel“
Gruppenausstellung „NachtSchattenGesänge“, Kunst-Halle-Diersbüttel, 2026
Fotos: Jessica Kulp + Daniela Köster
Zur Gruppenausstellung „NachtSchattenGesänge“ entstanden drei miteinander verbundene Arbeiten: das Künstlerinnenbuch Die Welt der Symphkartoffel, die Installation 5 Pinguine – von denen hier einer noch auf dem Hof vor der Ausstellung zu sehen ist – sowie das Gedicht Erde-Wasser-Luft aus dem oben genannten Buch, übertragen mit Kaffee und Tusche auf Moltontücher. Ein weiteres Bild zeigt einen Blick in die Ausstellung, in der Besucher*innen gerade das Künstlerinnenbuch anschauen; auf einem anderen Bild bringe ich die Arbeit mit den Moltontüchern in der Ausstellungshalle an.
Ausgehend von der Figur der Symphkartoffel verknüpfen die Arbeiten Erzählung, Material und Bild zu einem poetischen Geflecht, das weit über Ursprung, Stimme und die Beziehungen zwischen Mensch, Pflanze, Tier sowie den Elementen Erde, Wasser und Luft hinausgeht.
1000 Kraniche für den Frieden
Museum Lüneburg, 2025
Vom 31. August bis 2. November 2025 waren Kranichskulpturen von 5 Künstlerinnen im Museum Lüneburg neben 1.000 Papierkranichen zu sehen, die seit Juni in Schulen, dem mosaique und im Museum gefaltet wurden. Inspiriert von der Geschichte von Sadako Sasaki, stehen sie für Hoffnung und Frieden.
Die reale Geschichte von Sadako hat mich sehr berührt, und ich habe mich gefreut, mit meiner Skulptur Teil dieses Projekts zu sein und einen Beitrag zu Hoffnung und Frieden zu leisten. Der Kranich ist mein erstes figuratives Objekt – meine bisherigen Arbeiten waren abstrakt. Er ist aus Draht geformt und mit Papier umwickelt – eine sehr luftige, leichte Form. Ein Flügel ist wie zum Flug ausgebreitet, der andere in einer schützenden Haltung – darunter sitzt ein Kranichküken. Das war mir wichtig, denn Hoffnung und Frieden sind für mich nicht nur persönlich bedeutsam, sondern vor allem für die Zukunft – für Kinder und deren Kinder, für Tiere und Menschen gleichermaßen.
Meine Skulptur (siehe Bild) steht nun bei uns auf dem Hof und verbreitet von dort die Hoffnung auf Frieden.
„Tartu / depicting the future“
eine Gruppenausstellung die ihren Anfang in Tartu, der Kulturhauptstadt 2024 hatte und 2025 in Lüneburg zu sehen war
Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Frage: Wie kann ich die Zukunft beschreiben, wenn ich mit meinem menschlichen Körper, Geist und Gefühl im Hier und Jetzt stehe? Bin ich mir bewusst, wie ich genau jetzt hier stehe, und zugleich der großen Unwissenheit meines Geistes gegenüber wach – dann kann ich mich auf Neues einlassen: neues sehen, neues erspüren, neues erahnen und neues erschaffen.
Diese Gedanken beschäftigten mich während der Gruppenausstellung „Tartu / depicting the future“, die ihren Anfang in Tartu, der Kulturhauptstadt 2024, hatte und 2025 in Lüneburg zu sehen war. Zu sehen sind hier Bilder während des Entstehungsprozesses und während der Ausstellung im Heinrich-Heine-Haus, Lüneburg 2025, sowie in der Pallas Galerii in Tartu, Estland 2024.
Während der Ausstellungseröffnungen in Lüneburg und Tartu fand jeweils meine Gedicht-Performance zusammen mit Ulrike Hennecke an der Querflöte statt.
Ein Auszug aus dem Katalog, der zu der Ausstellung „depicting the future“ entstanden ist, ist hier zu sehen. Der gesamte Katalog zu dieser Gruppenausstellung ist HIER auf der Website vom BBK-Lüneburg einsehbar.
Installation und Gedicht-Performance
während der Gruppen-ausstellung „Frucht+Wasser“ in der Kunst-Halle-Diersbüttel, 2024
Fotos: Irmgard Gottschlich und Harald A. Finke während der Ausstellung
Die Arbeit „Seelendusche“ entstand im Rahmen der Gruppenausstellung „Frucht+Wasser“ auf dem Hof Dittmer, 2024. Ausgangspunkt war eine Drahtkiste aus dem landwirtschaftlichen Betrieb meines Mannes, die sonst zur Lagerung von Kartoffeln dient. Aufrecht gestellt wurde sie begehbar: Besucher*innen konnten einzeln hineingehen, blaue Vorhänge darin schließen und wie in einer Dusche für einen Moment allein sein. Der Boden im Inneren bestand aus Erde – ein bewusster Bezug zum Ausstellungstitel „Frucht+Wasser“ und zur Kartoffel selbst, die als Erdfrucht in der Erde wächst.
Zu hören war eine Audioaufnahme, die das Geräusch einer Feldberegnung mit einem von mir gesprochenen Gedicht verband. Inhaltlich stellt das Gedicht eine Verbindung her zwischen dem Rauschen des Wassers und dem Rauschen und Pochen des Blutes im menschlichen Körper – zwei Rhythmen, die beide lebensnotwendig sind und einander gleichen.
Zur Installation gehörten außerdem mehrere flache Wasserbecken, wie sie sonst im Blumenhandel verwendet werden. Besucher*innen konnten hindurchgehen, das Wasser berühren und mit nassen Schuhen oder bloßen Füßen Abdrücke auf dem Betonboden der Ausstellungshalle hinterlassen. Am zweiten Ausstellungstag führte ich in den Wasserbecken die Gedicht-Performance „Wasser fließt“ auf.
eine Installation zur Gruppenausstellung
„KAR MA. KartoffelKulturMaschinerie“, Kunst-Halle-Diersbüttel, 2023
rechtes Foto: Daniela Köster während der Ausstellung
Ausgangspunkt meiner Installation ist ein landwirtschaftlicher Packer – eine Maschine, die nach dem Grubbern den Boden verfestigt. Mit einem Draht-Raumkörper, welcher oben auf der Maschine thront und dem titelgebende Wortgebilde ein ETWAS entsteht aus der Bewegung…, welches aus den Packerringen hervorkommt, setze ich ihn in eine neue Beziehung.
Mich interessiert, wie unterschiedliche Materialien, Formen und Lebenswelten aufeinandertreffen und neue Verbindungen entstehen. Zwischen der landwirtschaftlichen Maschine und den filigranen Drahtobjekten entwickelt sich ein Spannungsfeld aus Schwere und Leichtigkeit, Funktion und Poesie. Vielleicht ist es auch schon ein Verflochtensein von Maschine und Kunst.
Objekt „Ein Etwas entsteht“
während der Gruppenausstellung: “Loreley und Zuckererbsen – 12 Positionen zu Heinrich Heine“ in Lüneburg, 2023
in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Lüneburg e.V.
Meine Arbeit besteht aus einer Kartoffel, in der aufrecht eine mit Draht umwickelte Gabel steckt. Der Draht ist weiter geformt und formt ein größtenteils unlesbares Gedicht. Für mich steht die Kartoffel für Deutschland – zum einen kulturell und historisch gesehen, zum anderen auch privat, da mein Partner als Landwirt selbst Kartoffeln anbaut. Die Gabel als Essbesteck hält nicht die essbare Kartoffel in die Höhe, sondern das von mir geschriebene und geformte Drahtgedicht. Es ist nicht wirklich lesbar, sondern vor allem als Objekt erfahrbar. Das Wort bekommt eine Dreidimensionalität.
Der Bezug zu Heinrich Heine als Lyriker liegt für mich in der Frage nach dem Verstehen von Gedichten selbst: Muss ein Gedicht so gelesen und verstanden werden, wie es der Dichter oder die Dichterin gemeint hat – oder darf, ja muss, jede Leserin, jeder Leser eine eigene Deutung finden? Mein Drahtgedicht führt diese Frage an einen Extrempunkt: Es ist nicht mehr lesbar im herkömmlichen Sinn, sondern nur noch als Objekt erfahrbar.
Mich interessiert die Frage nach dem Akzeptieren dessen, was einfach da ist – auch diese Unlesbarkeit – und dem Annehmen der eigenen Situation, selbst wenn die eigenen Gedanken eigentlich nach Lesbarkeit verlangen.
Einzelausstellung „Linie als Spiel von Verbindung“
im Kunstverein Buchholz/Nordheide, 2022
Mittelpunkt der Ausstellung „Linie als Spiel von Verbindung“ war die Arbeit „Landkartenlegung“. Die Papiere sind wie Landkarten gefaltet. Nachgezeichnete Schattenspuren und die Hängung erzeugen ein formales und visuelles Wechselspiel. Die Zeichnungen entstanden teilweise auf einer älteren Lithografie-Serie. Durch die Überarbeitung verdichten sich verschiedene Bild- und Zeitebenen. Das ursprüngliche Motiv – ein schlafendes Gesicht und ein Holzhaus – bleibt stellenweise sichtbar.Das Haus erscheint als Ort des Ankommens und des Aufbrechens zugleich. Von hier aus entstehen Wege, Verbindungen und neue Beziehungen.
Ein formales und visuelles Wechselspiel fand ebenfalls durch die Objekte und deren Schatten im gesamten Ausstellungsraum statt. Was war zuerst da: der Schatten oder das Objekt? Bei dieser Ausstellung kann der/die Besucher*in direkten Einfluss auf den Schatten mithilfe der Taschenlampe nehmen.
Während meiner Arbeit kommen immer wieder Worte ins Spiel, die ich in Form von Gedichten ausdrücke. Einige sind auf Stoff gedruckt und waren bei der Ausstellung ebenfalls zu sehen.
5 Installationen
zur Gruppenausstellung „KartoffelSalat“, Kunst-Halle-Diersbüttel, 2022
Bei der Gruppenausstellung „KartoffelSalat“ in der Kunst-Halle-Diersbüttel, 2022, waren mehrere Arbeiten von mir zu sehen. Grundlage waren aufrecht gestellte Kartoffel-Draht-Kisten, wie sie mein Lebenspartner in seinem Beruf als Landwirt zur Kartoffellagerung nutzt – von mir zu unterschiedlichen Installationen umfunktioniert: eine Kiste mit einer Lichtinstallation, eine weitere mit herabhängenden Drahtworten und Sitzkissen zum Verweilen, zwei sich gegenüberstehende Kisten mit einer großen Metallgabel sowie eine Kiste mit einem teilweise mit Acrylfarbe bemalten Drahtgedicht – das Gedicht geht darin vom geschriebenen Gedanken in Objekt und Installation über. Drei der Kisten stehen heute auf unserem Gelände und laden zum Verweilen ein.
Zum Kontext der Ausstellung: Unter dem Ausstellungstitel haben vier weitere Künstler*innen und ich das Thema Kartoffel auf vielfältige Weise bearbeitet. Dabei trafen künstlerische Ausdrucksformen wie Malerei, Text, Zeichnung, Installation und Performance auf Elemente der Kartoffelwirtschaft – etwa Lagerkisten, eine landwirtschaftliche Maschine und die Halle selbst –, bewusst eingebunden statt versteckt. So trafen zwei sehr unterschiedliche Systeme aufeinander, Kunst und Landwirtschaft, ohne sich zu widersprechen.
„Ich kann nicht schwimmen, wenn das Wasser fließt und der Mond neben mir sitzt“
Nominierten Ausstellung in Gifhorn, 2021
2020 wurde ich für den Kunstpreis des Lüneburgischen Landschaftsverbandes nominiert. Meine eingereichte Arbeit bestand aus drei Teilen: einer Zeichnung auf einer Papierbahn und zwei Objekten. Die Aufnahmen wurden während der Nominierten-Ausstellung im Historischen Museum Schloss Gifhorn 2021 gemacht.
Was war zuerst da, der Schatten oder das Objekt? Ist vielleicht das Objekt aus dem Schatten entsprungen? In welcher Beziehung stehen Objekt und Schatten zueinander? Und was ist mit der Linie?
Einzelausstellung „WechselSpiel“
in der a.i.p.südheide, Ahnsen, 2020 und der a.i.p. galerie Berlin, 2019
Fotos: KFK
In den Ausstellungen „WechselSpiel“ befanden sich gitterartige Objekte, sogenannte Raumkörper, Zeichnungen und ein Gedicht. Die Objekte lassen ihre tragende Konstruktion frei, die aus Draht besteht und teilweise oder auch ganz mit Gips umwickelt ist. Diese Raumkörper werfen einen Schatten, der auf Papier festgehalten wurde. Draht und Schatten haben die Linie als Grundform, die im Gedicht Hauptfigur ist und den ganzen Ausstellungsraum einkreist.
Was war zuerst da? Wo führt die Linie – als gedachte Linie oder als sichtbarer Körper – hin? Und was verbindet sie? Bin Ich teil von dem Ganzen?
Gruppenausstellung „Les.ART der Müllerin“
in der Holmer Mühle Buchholz, 2018
Fotos: Jessica Kulp
Ausstellung „Objekt und Raum“
im Kulturboden Scharnebeck, 2018
Fotos: Frieder Zimmermann
Der Ausstellungsraum ist von einem Gedicht, welches an den Wänden entlangläuft, eingegrenzt. Ich habe es mit Bleistift geschrieben und die Wörter sind alle miteinander verbunden. Im Raum schwebt eine Papierbahn herab. Sie besteht aus Bleistiftzeichnungen und ist 1.000 x 150 cm lang. Bis auf dem Objekt „Metamorphose in grau“, sind alle Arbeiten von 2017 und 2018. Geformt sind sie aus unterschiedlichen Materialien, mit Gipsbinden umwickelt und teilweise mit Stoff umspannt.
Gedicht-Performance und Gedicht-Fahnen
Kulturstationen, Betzendorf, 2017
Fotos: KFK
Die Aufnahmen sind während der Betzendorfer Kulturstationen 2017 entstanden. Bei zwei Stationen hingen meine 18 Gedicht-Fahnen in den Gärten auf dem Ziegenberg.
Während meiner Gedicht-Performance wurde ich von der Percussion-Gruppe Djambo unterstützt.
„Ebenbilder und Gedichte“
2014 (2te überarbeitete Ausgabe 2017)
Fotos: KFK
Ausgangspunkt dieses Heftes ist meine künstlerische Arbeit „Ebenbilder“, mit der ich mich ein Jahr beschäftigt habe. In dieser Zeit sind 18 Gedichte entstanden.
Die Schattenzeichnungen in dieser Ausgabe wurden eigens hierfür von mir erstellt. Die original Bilder befinden sich auf einer Papiergröße von 30 x 21 cm.
„Ebenbilder und Gedichte“, DIN A5, 38 Seiten: 18 Gedichte und 18 Zeichnungen
„Projekt Wohnzimmerecke“
Hamburg, 2009
Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Installation, die im Januar und Februar 2009 in meiner damaligen Wohnung in Eimsbüttel/Hamburg stattfand. Einzelne Arbeiten (Öl auf Papier oder Leinwand) wurden an die Wand angebracht und mit Acrylfarben verbunden. Teilweise kamen Kleidungsstücke und andere Materialien zum Einsatz. Es fand ein ständiger Veränderungsprozess statt, der anhand von Fotos festgehalten wurde.
Diese Dokumentation gliedert sich in zwei Ausgaben:
„Projekt Wohnzimmerecke – Versuch I“: 14 Seiten mit 35 Bilder, 18.01. bis 30.01. 2009
„Projekt Wohnzimmerecke – Versuch II“: 14 Seiten mit 38 Bilder, 18.01. bis 17.02. 2009
beide Ausgaben je 46 x 23 cm
Die Arbeiten sind alle käuflich.
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